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Kein Sachmangel, wenn Wärmebrücken vorhanden sind und bei unzureichender Lüftung und Heizung die Gefahr von Schimmelbildung besteht
Zusammenfassung des Urteils des BGH vom 05.12.2018 zu dem Aktenzeichen VIII ZR 271/17

In seiner Entscheidung hat der BGH entschieden, dass dann, wenn zwar Wärmebrücken in den Außenwänden einer Mietwohnung vorhanden sind und deshalb eine - bei unzureichender Lüftung und Heizung - bestehende Gefahr einer Schimmel- und Pilzbildung gegeben ist, kein Sachmangel der Wohnung vorliegt, wenn dieser Zustand der Wohnung mit den zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes geltenden Bauvorschriften und technischen Normen in Einklang steht. 

In dem zu entscheidendem Fall machten die Mieter als Kläger geltend, dass es in der Wohnung aufgrund von (Bau-)Mängeln zu einem erheblichen Schimmelpilzbefall gekommen sei. 

Dabei hat der BGH einmal ausgeführt, dass der Mieter einer Wohnung nach der allgemeinen Verkehrsanschauung erwarten kann, dass die von ihm angemietete Wohnung einen Wohnstandard aufweist, der bei vergleichbaren Wohnungen üblich ist. Dabei ist das Alter, die Ausstattung und die Art des Gebäudes, aber auch die Höhe der Miete und eine eventuelle Ortssitte zu beachten ist.

Wurden aber bei Errichtung des Gebäudes die maßgeblichen technischen Normen eingehalten, so liegt, soweit nicht besondere Absprachen zur Eigenschaft der Mietsache getroffen wurden, kein Sachmangel vor.



Der Autor dieses Artikels, Herr Dirk Salewski, ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht (www.anwaltskanzlei-immobilienrecht.de). Er ist daneben Vorstandsmitglied des WEG Verein Interessenvertretung für Wohnungseigentümer e.V. (www.weg-verein.de).

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